Urlaub mit Kind und Hund – stressig?!

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Vorab: Dies ist unser persönlicher Erfahrungsbericht. Mit Sicherheit lässt sich nicht alles auf jede Familie mit Hund 1 zu 1 übertragen, aber vieles kann bestimmt adaptiert werden und zumindest zum Nachdenken anregen.

 

Urlaub mit Kind und Hund – stressig?! NEIN!

Tatsächlich hatten wir eine großartige Zeit an der Schlei/ Ostsee und profitieren auch im Nachhinein alle (inklusive Vierbeinern) von der Auszeit aus dem Alltag. Dass es so ein entspannter Urlaub wurde, verdanken wir sicherlich der Vorbereitung auf evtl. antstehende Probleme und die dazu vorab überlegten Lösungsstrategien.

 

 

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Gemeinsam eine schöne Zeit haben und tolle Abenteuer erleben funktioniert dann, wenn die Bedürfnisse aller beachtet werden!

 

Am Anfang stand natürlich die Frage, wo geht’s hin? Das Urlaubsziel sollte die Bedürfnisse von drei sehr unterschiedlichen Hunden, Oma & Opa, dreijährigen Zwillingen und natürlich uns (Papa & Mama) stillen. Wir entschieden uns für die Ostsee – der Süden schied aus, da wir extreme Hitze als Stressor vermeiden wollten. Lieber ein paar Grad kühler, um die Kinder mit Ausflügen bei Laune halten zu können, statt den ganzen Tag über Siesta zu halten und Bedürfnisse von Kindern und Hunden geballt in den Abendstunden befriedigen zu müssen.

 

Die Unterkunft spielte für uns natürlich auch eine große Rolle! Sie sollte Platz für drei Generationen und einen gewissen Komfort für die Hunde bieten. Es kam nur ein Ferienhaus in Frage und – für mich ein absolutes Muss – der Garten sollte eingezäunt sein. Sprich die Hunde sollten genau wie Zuhause die Möglichkeit haben, sich im Garten frei bewegen zu können – auch in der Voraussicht, dass am Ankunftstag ein Spaziergang in der neuen Umgebung nicht zwingend stattfinden muss.

 

 

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„On the road“ – genügend Zeit für Pausen einplanen! Nicht nur Kinder und Hunde profitieren davon, auch uns „Großen“ tut ein wenig Beinfreiheit und Luftholen für die Weiterfahrt gut!

 

„On the road“… Laut Navi eine reine Fahrtzeit von guten 9 Stunden – wir haben 3 Stunden zusätzlich für Pausen geplant. Damit lagen wir auch genau richtig. Mit den Kindern wurde gehüpft und getanzt und Matteo, Emma und Barney bekamen kleine Schnüffelspaziergänge (es gibt wirklich tolle Rastplätze mit viel Grün!). Gevespert haben wir Zwei- und Vierbeiner gemeinsam draußen. Wassernäpfe, Leckerli und Co. wurden natürlich so im Auto verstaut, dass wir jederzeit gut darauf zugreifen konnten. Die Autoboxen legten wir zusätzlich mit Einmal-Wickelunterlagen aus. Für den Fall dass sich ein Hund auf der Fahrt übergeben müsste, wäre dies eine gute Lösung gewesen, um schnell wieder für die nötige Sauberkeit in der Box zu sorgen (alle haben aber die Fahrt ohne Übelkeit geschafft!).

 

 

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Matteo bevorzugt Zuhause das Sofa und verkriecht sich bei zu viel Trubel unter der Decke. In der fremden Umgebung schätzt der Bub seine (positiv verknüpfte!) Box aber sehr!

 

Unsere Dreijährigen und unsere Hunde harmonieren sehr gut miteinander. Aber unsere Vierbeiner möchten bzw. können nicht an allen Aktivitäten teilnehmen. Deswegen stand auch das Thema „Alleine Bleiben“ auf der Liste, der möglichen Probleme. Daheim sind mehrere Stunden kein Ding; in fremder Umgebung kann das aber unter Umständen nicht funktionieren. Im Kopf hatten wir also, dass im Worst case wirklich immer einer von uns bei den Hunden bleiben muss. Zusätzlich haben wir (ein halbes Jahr im Voraus) das Boxentraining aufgefrischt, den Relaxodog (Beruhigungsmusik) nochmal intensiv mit Entspannung verknüpft und das Ritual zum „Alleine bleiben“ ganz streng durchgezogen. In der Ferienunterkunft haben wir unsere drei Wilden per Kamera und App beobachten können und die „Alleine bleib“-Zeit langsam gesteigert. Hat wunderbar geklappt – wir konnten uns auf den Ausflügen ganz auf unsere Mädels konzentrieren und hatten drei mega entspannte Hunde beim Nachhause kommen.

 

 

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Am Hundestrand Muscheln bzw. Leckerli suchen, im Wasser planschen und gemeinsam die Gegend erkunden – Aktivitäten, die Kindern und Hunden Spaß machen!

 

Sightseeing, Spielplätze etc. fanden also ohne unsere Vierbeiner statt. An diesen Tagen gab es je nach Aufregungsgrad für die Hunde entweder nur Beschäftigung im Garten oder abends eine schöne Tour im Nirgendwo. Gemeinsame Aktionen „Kind & Hund“ verlegten wir an den Hundestrand. Muscheln bzw. Leckerli suchen, im Wasser planschen, den Strand erkunden….

 

Im Hunde-Reisegepäck hatten wir natürlich Futter, Leckerli, kurze Leinen, Schleppleinen, Gschirrle zum Wechseln, Näpfe, Boxen, Decken, Handtücher, Spielzeug, Relaxodog, Thundershirt, Körbchen, Bürsten, Zeckenzangen, Erstehilfe Utensilien, Medikamente… Außerdem die EU-Ausweise und die Unterlagen für die Haftpflichtversicherungen.

 

Telefonnummern der ortsansässigen Tierärzte und -kliniken haben wir vorab gegoogelt.

 

 

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Stimmungsübertragung – sind wir Menschen entspannt, sind es unsere Hunde auch (und die Kinder ebenfalls)!

 

Mit dem Gefühl im Bauch, dass nichts schief gehen kann und der damit verbundenen entspannten Stimmung von uns Menschen, wuchsen unsere Hunde über sich hinaus.

 

Begegnungen mit Artgenossen waren kein Problem – nicht mal dann, wenn das Gegenüber gepöbelt hat.

Matteo konnte sich selbstständig in seine Box zurückziehen und Auszeiten nehmen.

Trotz vieler Wildtiere konnten wir entspannt Spazierengehen – sogar nach einer Feldhasensichtung beruhigten sich meine „Jäger“ sehr, sehr schnell.

 

Am meisten verblüffte uns aber unsere Emma – irgendwie geschah es doch, dass einmal die Haustür aufstand und keiner nach den Hunden sah. Die drei spazierten vor dem Haus herum. Während Barney und Matteo sofort auf Ansprache zurück kamen, hatte die Emma andere Ideen im Kopf und verschwand Richtung Feld. Dass sie wieder kommt, daran zweifelte ich nicht, aber vermutlich erst in einigen Stunden… Noch kein Jahr bei uns und ein sehr selbstständiges Terrierköpfchen… Mein Mann schon auf der Suche, holte ich noch das Gschirrle und die Leine. Vor der Haustür einmal tief durchgeatmet und unseren „Allround“ Pfiff losgelassen. Und da kam das Mädel angesprungen! Natürlich feierte ich richtig – was für eine großartige Leistung, wo es doch überall nach Hasen und Rehen roch! Das Gschirrle und die Leine bekam Emma dann aber doch angezogen, denn schließlich mussten wir ja jetzt noch das Herrle suchen.

 

Im Nachhinein betrachtet bin ich über die offene Haustür sehr froh, hat mir dieses Erlebnis doch gezeigt, wie weit wir mit der Emma schon gekommen sind!

 

 

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Zusammen Erlebtes verbindet und festigt den Team-Spirit! Entspannte, schöne Momente machen stark für stressige Dinge!

 

 

Seid fast einer Woche sind wir nun wieder ganz Zuhause und der Urlaub hallt noch extrem nach.

 

Matteo, der durch seine Vorgeschichte „Angsthund aus Spanien“ manchmal noch mit Nervosität zu kämpfen hat, ist entspannt wie nie. Barney, mein kleiner Schatten, zieht sich auch mal ganz alleine ins Haus zurück, wenn es ihm im Garten zu heiß wird und Emma… Tja, die Emma wird wohl bald auch mal ohne Leine auf unseren Spaziergängen laufen können.

 

Die Kinder kamen natürlich auch voll auf ihre Kosten und erzählen allen, wie toll der Urlaub im „Roten Haus“ war und dass sie noch gar nicht heim wollten.

 

 

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Urlaub mit Kind und Hund muss also definitiv nicht anstrengend sein! Erwartungshaltung auf Null setzen und vorausschauend Lösungsstrategien im Kopf durchgehen! Überlegen wer welche Bedürfnisse hat und wie sich diese vereinbaren lassen! Am Ziel angekommen: In den Tag hineinleben, Fünf auch mal gerade sein lassen 😉 und einem entspannten Urlaub steht nichts im Wege!

 

 

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